Was ist eine Landingpage? Einfach erklärt, und wann sie dem Geschäft schadet

Eine Website ist wie ein Geschäft, eine Landingpage wie ein Verkäufer mit einem einzigen Produkt. Wie sie sich unterscheiden, woraus eine Landingpage besteht, welche Conversion-Rate normal ist und wann stattdessen eine Website nötig ist.
Greg K.·07.11.2026
Greg K., SEO und Analytics bei AdcoreGreg K.SEO und Analytics bei Adcore · LinkedIn

Eine Landingpage ist eine eigene Seite mit einem Ziel: Der Besucher kommt wegen eines konkreten Angebots und soll eine einzige Handlung ausführen, zum Beispiel eine Anfrage senden. Ein Menü und überflüssige Links gibt es dort meist nicht. Eine Website ist wie ein Geschäft, in dem man zwischen den Regalen umhergehen kann, eine Landingpage wie ein Verkäufer mit einem einzigen Produkt. Im Folgenden geht es darum, wann so ein Verkäufer Geld verdient und wann er nur im Weg steht.

Was eine Landingpage ist, einfach erklärt

Auf Deutsch heißt sie Zielseite. Das Wort meint den Ort, an dem der Besucher nach einem Klick auf eine Anzeige oder einen Link „landet“. Bei Google selbst ist die Bedeutung weit gefasst: In der Google-Ads-Hilfe bezeichnet „landing page“ jede Seite, auf die eine Anzeige führt. Marketer meinen dagegen etwas Engeres: eine Seite für ein einziges Angebot, mit einem einzigen Call-to-Action und ohne Navigation.

Meist gibt es zwei Arten von Landingpages. Eine Lead-Seite sammelt über ein Formular Kontakte, eine Click-through-Seite wärmt den Besucher auf und führt ihn zum Kauf oder Abo. Ein Café mit neuem Lieferdienst, ein Lehrgang, ein Webinar, eine neue Wohnanlage oder eine Aktion im Autohaus: Alle haben ein einziges Angebot, also passt für alle eine Landingpage.

Landingpage oder Website: der Unterschied

Im Geschäft kann man sich umsehen, vergleichen und ohne Kauf wieder gehen, das ist normal. Ein Verkäufer mit einem einzigen Produkt spricht mit Ihnen über dieses Produkt, und Sie kaufen es oder nicht. Beides funktioniert, nur anders.

Vergleich: links ein großes Kaufhaus mit vielen Regalen und Kunden, rechts ein Verkäufer, der einem Kunden ein einziges Produkt auf einem Sockel zeigt
LandingpageWebsite
ZielEine HandlungMehrere Aufgaben: erzählen, verkaufen, überzeugen
SeitenEineVon einigen bis zu Tausenden
NavigationMeist ohne MenüMenü, Bereiche, Suche
Woher die Besucher kommenWerbung, NewsletterSuche, Werbung, direkte Aufrufe
Wie lange sie lebtSolange die Kampagne läuftJahrelang, sammelt dabei Rankings

Auch eine Visitenkarten-Website unterscheidet sich von einer Landingpage, obwohl beide klein sind: Die Visitenkarte erzählt von der Firma insgesamt und hat einige Seiten, die Landingpage verkauft eine Sache auf einer Seite. Außerdem ersetzen sich Website und Landingpage nicht gegenseitig: Am besten funktionieren sie zusammen, die Website als Basis und dazu eigene Seiten für die Werbung.

Landingpage oder Website: Check in vier Fragen

Haken Sie an, was auf Ihren Fall zutrifft.

Sie brauchen eine Website. Eine Landingpage löst die Aufgabe hier nicht: zu wenige Gründe zu bleiben und zu wenige Chancen in der Suche.

Woraus eine Landingpage besteht

Schema einer Landingpage: erster Bildschirm mit Überschrift und Button, Belege, so funktioniert es, Einwände, zweiter Button; kein Menü und keine fremden Links

Die Zusammensetzung kann variieren, die Logik bleibt: Jeder Block führt zum selben Button.

Der wichtigste Block kommt zuerst. Der Besucher hat auf ein Versprechen in der Anzeige geklickt, und die Überschrift muss es wiederholen. Marketer nennen das Message Match. Auch Google schreibt in der Hilfe, dass die Nutzererfahrung auf der Zielseite von den Erwartungen des Besuchers nach dem Klick und von der Zahl der Links auf der Seite abhängt und dass sich das auf den Qualitätsfaktor der Anzeige auswirkt.

Die Regel zu den Links hat als Erster Oli Gardner von Unbounce klar formuliert: Auf einer gewöhnlichen Startseite zählte er etwa 40 anklickbare Elemente pro gewünschter Handlung, auf einer fokussierten Seite soll das Verhältnis 1:1 betragen. Ehrlich gesagt gibt es in seinen Texten keine Messungen zur Wirkung, es ist eine Praxisregel. Die Logik ist klar: Jeder überflüssige Link wird zu einer Tür, durch die der Besucher hinausgehen kann.

Auch die Geschwindigkeit zählt: Nach dem Klick auf eine Anzeige wartet niemand, besonders nicht auf dem Handy. Laut Google-Daten von 2016 verlassen 53 % der Besucher mobiler Websites die Seite, wenn sie länger als drei Sekunden lädt. Die Daten sind alt, aber die Richtung hat sich seitdem nicht geändert.

Welche Conversion-Rate für eine Landingpage normal ist

Den größten öffentlichen Richtwert liefert Unbounce: eine mediane Conversion-Rate von 6,6 % bei 41.000 Landingpages und 57 Millionen Conversions, Daten von Juli 2023 bis Juli 2024. Je nach Branche schwankt die Zahl zwischen 3,8 % und 12,3 %.

Diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Es sind Seiten von Kunden einer einzigen Plattform, überwiegend englischsprachig, und eine Webinar-Anmeldung kostet etwas anderes als eine Anfrage zu einem Haus. Vergleichen Sie sich lieber mit sich selbst: wie sich die Conversion-Rate nach einer Änderung entwickelt hat und wie viel Geld jedes Prozent bringt. Dafür haben wir einen Conversion-Rechner.

Wann eine Landingpage schadet

Sie wollen Kunden über Google, nicht über Werbung

Eine Seite deckt nur wenige Suchanfragen ab. Ahrefs nennt das ausdrücklich eines der größten Probleme einseitiger Websites. Wer mit jeder Leistung gefunden werden will, braucht eigene Seiten.

Landingpages werden für jede Stadt vervielfältigt

Dutzende fast gleiche Seiten für „Reparatur Kyjiw“ und „Reparatur Lwiw“ nennt Google Missbrauch von Brückenseiten (Doorway Abuse), und dafür kann die Sichtbarkeit der ganzen Website verloren gehen.

Es gibt viele Produkte

Ein Katalog passt nicht auf eine Seite. Für ein Dutzend Artikel reicht eine Landingpage noch, für Hunderte nicht mehr.

Die Entscheidung dauert lange

Wenn jemand vergleicht, sich berät und nach einem Monat zurückkommt, braucht er Fallstudien, das Team, Preise und Artikel. Das ist unsere eigene Logik, keine Messung, aber bei komplexen Leistungen raten wir in der Regel zu einer Website.

Landingpage erstellen: fünf Schritte

  • Ein Angebot und eine HandlungSchreiben Sie in einem Satz auf, was Sie anbieten und was der Besucher tun soll. Wenn das nicht gelingt, haben Sie zwei Landingpages.
  • Einwände der KundenFragen Sie den Vertrieb, wovor die Leute Angst haben und wonach sie fragen. Diese Antworten werden zu den Blöcken der Seite.
  • Text vor DesignÜberschrift, Belege, Einwände. Das Design hilft nur beim Lesen.
  • Selbst machen oder beauftragenMit einem Baukasten können Sie die Seite selbst zusammenstellen, und mit dem kostenlosen Tarif können Sie es ausprobieren. Was es kostet, sie erstellen zu lassen, zeigen wir in einem eigenen Artikel: was eine Website kostet.
  • Anfragen zählenBinden Sie Analytics vor dem Start der Werbung ein und zählen Sie Anfragen, nicht Seitenaufrufe.

Wir erstellen Landingpages für Werbekampagnen: Struktur, Texte, Design und Analytics aus einem Team. Landingpages von Adcore.

Häufige Fragen zur Landingpage

Landingpage oder Landing Page?

Beide Schreibweisen kommen vor: zusammen als „Landingpage“ und getrennt als „Landing Page“. Für den Leser ist der Inhalt wichtiger als die Schreibweise.

Wie unterscheidet sich eine Landingpage von einer Präsentation?

Eine Landingpage wird an einer einzigen Handlung gemessen, die Geld bringt. Ohne eine solche Handlung bleibt die Seite nur eine schöne Präsentation.

Kann man eine Landingpage kostenlos erstellen?

Ja, im kostenlosen Tarif eines Baukastens. Eine eigene Domain und Analytics kosten meist schon Geld, und gerade die braucht man für die Werbung.

Kann eine Landingpage bei Google ranken?

Das geht, aber nur für wenige Suchanfragen. Für breite Nachfrage braucht man eigene Seiten zu jedem Thema.

Wie lange lebt eine Landingpage?

So lange wie das Angebot. Nach dem Ende der Kampagne werden Landingpages meist entfernt oder aktualisiert, die Website bleibt.

Quellen

  1. Landing page, Google Ads Help.
  2. Landing page experience: Definition, Google Ads Help.
  3. Doorway abuse, Spamrichtlinien, Google Search Central.
  4. Conversion Benchmark Report, Unbounce, Ausgabe 2024.
  5. Attention ratio und message match, Oli Gardner, Unbounce, 2013.
  6. Landing Page vs. Website, HubSpot, Februar 2025.
  7. Mobile page speed benchmarks, Think with Google, 2017.
  8. Single-page website, Ahrefs, Mai 2023.